Geschichte der Mittelschule Hösbach

 

In der Ortschronik "Hösbach-Geschichte und Gegenwart eines Dorfes vor dem Spessart" (Hösbach 1983) beschreibt Günter Fuchs auf den Seiten 238 bis 249 "die Geschichte der Volksschulen von den Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges". 

Der ehemalige Leiter der Hauptschule Hösbach, widmet die folgenden 4 Seiten schließlich dem Thema "Schulausbau und Schulorganisation nach 1945". Diese beiden Beiträge sind Grundlage des folgenden Streifzuges durch die Hösbacher Schulgeschichte, die sich auf dieser Homepage an den größten äußeren Zeichen des Volksschulwesens orientiert: den Schulgebäuden.

1608: In den Kirchenbüchern Hösbachs erscheint der 1600 nach Hösbach eingeheiratete Kronacher Heinrich Fleck erstmals als Kirchen- und Schuldiener.

1616 wird Heinrich Fleck sogar als Schulmeister aufgeführt.

1630 erscheint er nochmals als im Grund- und Viehbesitz in amtlichen Unterlagen. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges verstirbt Heinrich Fleck; der Ort Hösbach ist eine Zeit weitgehend entvölkert; wer die Schrecken des Krieges überlebt hat, kämpft ums Überleben.

1756: Der für Hösbach zuständige Pfarrer der Aschaffenburger Mutter-Gottes Kirche, Christian Stadelmann, richtet für Hösbach eine Stiftung von 800fl (=Florin=Gulden) ein, deren Zinsen von 40fl jährlich an den Schulleiter gehen sollen, zum Besten der Jugend im Orte Hösbach.... dass die schulmäßigen Kinder der diesem Ort zugehörigen Pfarrschul kein Schulgeld, wie zuvor gewesen ist, zahlen sollen (Ortschronik Hösbach S.239).

1778: Bürgermeister Nees vermerkt in der Gemeinderechnung: "Es ist dahir ein frey gestüffetes Schulgeld; wird also von niemand nichts zahlt" (Chronik Hösbach S.239). Ca. 60 Schüler besuchen zu dieser Zeit die Hösbacher Schule.

1809: Aus einem gesuch des Lehrers um die Erhöhung des Gehalts, erfahren wir, dass nunmehr 160 Schüler die Schule am Ort besuchen. Der Unterricht ist nun nicht mehr auf den Winter beschränkt, sonddern findet ganzjährig statt. Schulgebäude zu dieser Zeit ist das kleine Schulhäuslein neben der Kirche.

1810: Im Bereich der heutigen Apothekeverweist die Chronik auf den ersten Schulgarten zum Erlernen der Obstbaumzucht.

1811-1844: Im Haus der heutigen Apotheke werden zusätzliche Schulräume angemietet.

1833: Der Lokalinspektor (Schulrat) bemängelt die störende Geräuschkulisse (Verkehrslärm) um die Schulräume und fordert denBau eines neuen Schulhauses.

1844: Auf dem Gelände des heutigen Postparkplatzes wird das neue Schulhaus bezogen: ein einstöckiges Gebäude mit der Wohnung des ersten Lehrers im Erdgeschoss und einem Gemeindezimmer; Kosten 9000 Gulden.

1872: Verpflichtung durch die Regierung von Unterfranken, eine dritte Schulstelle einzurichten. Insgesamt besuchen zu diesem Zeitpunkt 268 Kinder die Hösbacher Schule.

1881: 349 Schüler sind schulpflichtig. Das Schulhaus erhält ein zweites und drittes Stockwerk. Die räumlichen Verhältnisse, so schreibt der Chroinis, bleiben zum Teil bis katastrophal.

1952: Der Zugang von Heimatvertriebenen, rasant steigende Schülerzahlen und der beginnende Wirtschaftaufschwung sorgen für eine rege Schulbautätigkeit in Hösbach. Der erste Teil der heutigen Astrid-Lindgren-Grundschule wird begonnen.

1954: Bezug der ersten 4 im Pavillon-Stil errichteten Klassenräume- Baukosten ca. 307.000 DM. Das alte Schulgebäude bleibt weiter in Betrieb.

1960-1962 folgt der zweite Bauabschnitt "in der Mass": Diesmal wird das Gebäude zweigeschössig errichtet; 10 Klassen finden am neuen Standort eine zeitgemäße Unterbringung; Kostenaufwand: 706.000 DM. Immer noch müssen 4 Klassen am alten Schulhaus an der Schöllkrippener Straße unterrichtet werden.

1964: Ab der Jahnstraße wird das Atriumgebäude mit insgesamt 18 Klassenzimmern seiner Bestimmung übergeben. Kostenaufwand 1,86 Mio. DM

1971: 16 Hauptschulklassen

1976: Übergabe des Erweiterungsbaus der Hauptschule Hösbach (nördlich des Atriumbaus), der insbesondere durch die Gemeindegebietsreform und die Einführung von zahlreichen Fachunterrichtsbereichen erforderlich geworden war. Kosten 2,4 Mio. DM

2005: Grundsteinlegung für das neue Schulgebäude

2006: Inbetriebnahme des Gebäudes zur Ganztagesbetreuung.

zusammengestellt von Peter Grasmann, ehem. Schulleiter